In Texten gibt es zur Hervorhebung einzelner Wörter oder Passagen verschiedene Möglichkeiten. Insbesondere bekannt – auch vom Textverarbeitungsprogramm Word her – sind die drei Formen fett, kursiv und unterstrichen. Daneben können auch Schriftgrad, Schriftfarbe oder Hintergrundfarbe als Auszeichnungselemente verwendet werden. Im Folgenden werde ich einige Grundsätze auflisten, die bei der Verwendung von Auszeichnungen zu beachten sind.
Schriftgrad: Der Schriftgrad bzw. die Schriftgrösse sollte nur zur Unterscheidung von Titeln und Text verwendet werden. Für den Textteil selbst sollte der Schriftgrad nicht verändert werden. Dafür dienen die anderen Auszeichnungsformen. Die Titel können anhand ihrer Hierarchie (Haupttitel, Untertitel, Zwischentitel) auch in der Grösse unterschiedlich gestaltet werden.
Schriftfarbe und Hintergrundfarbe: Diese Auszeichnungselemente werden hauptsächlich in Folienpräsentationen oder auf farbig gestalteten Flyern verwendet. In grösseren Texten sollte darauf verzichtet werden. Jedenfalls ist hier auf einen klar definierten (welche Schriftfarbe für welche Elemente) und sparsamen Umgang (sowohl bei der Anzahl an Schriftfarben wie auch bei den einzelnen Verwendungen) zu achten, um nicht unnötig vom Textinhalt an sich abzulenken.
Unterstreichen: Das Unterstreichen ist im Textteil ein eher selten benutztes Auszeichnungselement und dafür auch nicht zu empfehlen. Es hebt die betroffene Stelle stärker hervor als die Verwendung von Fett- oder Kursivschrift, stört aber gleichzeitig das gesamte Textbild. Beim Unterstreichen ist darauf zu achten, dass genügend Zeilenabstand besteht, sodass nicht unterhalb der Unterstreichung stehender Text berührt ist. Immer häufiger sind Links auf Webseiten in Texten unterstrichen gesetzt. Dies geschieht bei Word in der Grundeinstellung automatisch – gleichzeitig mit blauer Texteinfärbung – und führt dazu, dass mit einem Klick auf diesen Textteil in digitaler Form die entsprechende Internetseite aufgerufen wird. Sowohl auf die Texteinfärbung wie auch auf das Unterstreichen sollte aber insbesondere bei Drucksachen verzichtet werden, da es sich darin nicht mehr um aktive Links handelt, sondern um ein Textelement. Dies erfolgt dann vorzugsweise – insbesondere bei Links, die über Homepageverweise hinausgehen – in Fussnoten. Auf Websites und in weiteren digitalen Dokumenten ist das Unterstreichen oder Einfärben hingegen ein praktisches Mittel als Hinweis auf einen weiterführenden Link.
Fett- und Kursivschrift: Diese beiden Schriftschnitte sind die gebräuchlichsten Auszeichnungselemente und meist auch Bestandteil der jeweiligen Schriftfamilien. Typografisch korrekt werden die Schnitte aus den entsprechenden Schriftfamilien (z. B. Helvetica Bold / Helvetica Italic neben Helvetica Regular und Light) verwendet und nicht einfach die Umstellung in Kursiv- bzw. Fettschrift durch die Schaltfläche in Word. Dies, zwar nur nebenbei, jedoch sollte bei Verwendung des entsprechenden Schriftschnittes nicht auch noch die entsprechende Schaltfläche in Word aktiviert werden, die Auszeichnung also verdoppelt werden. Wichtig ist auch bei diesen Auszeichnungsformen, dass innerhalb eines Textes eine klare Linie beibehalten wird in Bezug auf Textelemente, die kursiv bzw. in Fettschrift gesetzt werden (z. B. Fachtermini kursiv, Schlagwörter fett). Ebenfalls sollten diese Elemente sparsam eingesetzt werden, damit deren Charakter als Hervorhebung nicht zur Beliebigkeit verkommt. Gleichzeitig ist es möglich, ganze Abschnitte in Fettschrift (z. B. Lead in einer Zeitung) oder in Kursivschrift (z. B. abgesetztes Zitat in Textteil) zu setzen. Bei der Kursivschrift ist sodann zu beachten, dass bei einem – wie eben beispielhaft erwähnt – Zitat, dessen Text selbst bereits kursiv gesetzte Teile enthält, diese Teile dann wieder in gerader Schrift innerhalb der Kursivschrift ausgezeichnet werden. Ausserdem gilt für alle Auszeichnungsformen, dass das einem ausgezeichneten Textteil ohne Abstand folgende Satzzeichen ebenso ausgezeichnet wird wie der entsprechende Textteil, also beispielsweise «Der Wolf, fachsprachlich Canis lupus, ist ein Herdentier, das hauptsächlich Huftiere jagt.» (Erstes Komma ist normal, zweites kursiv, drittes fett.) Dies gilt jedoch nicht bei paarweise auftretenden Satzzeichen wie Anführungszeichen oder Klammern, wenn nur eine der beiden Zeichen an einen ausgezeichneten Textteil grenzt: «‹Der Wolf (fachsprachlich Canis lupus) ist ein Herdentier›, stand auf dem Informationsplakat geschrieben.» (Öffnende und schliessende Klammern bzw. (einfache) Anführungszeichen bleiben in Normalschrift.)
Verbindung von verschiedenen Auszeichnungselementen: Die Verbindung von verschiedenen Auszeichnungselementen in einem einzelnen Textteil sollte vermieden werden. Es erhöht nicht die Wichtigkeit eines Textteils, wenn dieser kursiv, fett und unterstrichen ist, sondern verwirrt vielmehr die Leser:innen. Eine solche Verbindung kann jedoch aus Gründen der Konsistenz aufgrund der vordefinierten Anwendungsbereiche der Auszeichnungsformen gleichwohl angezeigt sein.
